Sie haben Fragen, wir die Antworten

Aus zahlreichen Kontakten mit unseren Gästen und Besuchern kennen wir viele Ihrer Fragen und wollen sie gern hier kurz beantworten. Zu ausführlicheren Beratungen empfehlen wir Ihnen die Infos der Deutschen Rhododendron Gesellschaft oder unseren Rhodo-Doktor.

Welchen Boden brauchen Rhododendron?

Rhododendron im Garten benötigen:

  • einen lockeren, humushaltigen sowie wasser- und luftdurchlässigen Boden,
  • einen sauren Boden,
  • eine möglichst gleichmäßig hohe Boden- und Luftfeuchtigkeit.

Außerdem ist ausreichendes Licht wichtig für ein gesundes Wachstum und eine üppige Rhododendron-Blüte. Im Schatten wird der Wuchs locker und sparrig, die Blühwilligkeit sowie die Länge der Blütezeit lassen nach. Schatten in Verbindung mit hoher Feuchtigkeit kann auf den Blättern zu Algenbildung führen.

Bei ausreichend feuchtem Boden vertragen viele Rhododendron durchaus direktes Sonnenlicht. Lichter Schatten unter Bäumen oder Sträuchern ist jedoch v.a. in sommerwarmen Gebieten mit geringer Luftfeuchtigkeit von Vorteil. Je weiter südlich Rhododendron kultiviert werden, um so mehr ist den Pflanzen Schutz vor der heißen Mittagssonne zu geben bzw. für ausreichende Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Gut geeignet sind z. B. Gartenstandorte, die morgens volle Sonne und ab Mittag (lichten) Schatten haben.

Weitere Infos finden Sie bei der Deutschen Rhododendron Gesellschaft

Kann man Rhododendron zurückschneiden?

In der Regel brauchen Rhododendron keinen Rück- oder Formschnitt, da sie sich selbst zu gut geformten Pflanzen aufbauen. Sollte ein Eingriff dennoch notwendig sein, können bei Rhododendron und Azaleen verschiedene Wege gegangen werden:

  • bei einem leichten Korrekturschnitt werden der Pflanze nur im oberen Bereich einige Zweige entfernt;
  • bei einem Radikalrückschnitt werden der Pflanze große Teile ihrer Äste entfernt.

Bevor ein hochgewachsener Rhododendron allerdings radikal zurückgeschnitten wird, ist zu überlegen, ob nicht auch Aufasten ausreicht. Dabei werden alle toten und eventuell auch wenig belaubte Zweige im unteren Strauchbereich entfernt. Übrig bleibt eine Pflanze mit einer ansehnlichen Krone und häufig sehr interessant aussehenden Stämmen.

Für den Rückschnittszeitpunkt bei einer radikaleren Vorgehensweise gibt es zwei Möglichkeiten. Optimal ist ein Rückschnitt bis etwa Ende März, also vor der Blüte. Damit wird der Pflanze ein ausreichend langer Zeitraum zur Regeneration gegeben. Wenn die Blüte noch abgewartet werden soll, dann muss der starke Rückschnitt direkt danach erfolgen, nach Möglichkeit nicht später als Anfang bis Mitte Juni. Der Regenerationszeitraum ist dann deutlich kürzer, was im ungünstigsten Fall zu unausgereiften neuen Trieben führen kann.
Bei radikalen Rückschnitten muss grundsätzlich damit gerechnet werden, dass die Pflanze im kommenden Jahr nur wenig oder gar nicht blüht. Der Wiederaufbau zu einer buschigen, gut belaubten Pflanze kann zudem 2-3 Jahre dauern.

Für einen leichten Korrekturschnitt ist der Zeitpunkt direkt nach der Blüte noch ausreichend.

Die meisten Arten und Sorten treiben nach einem Rückschnitt wieder gut aus, es gibt aber auch Ausnahmen. Bei Unsicherheit sollte zunächst an einer Stelle des Strauches behutsam ausprobiert werden, ob es nach einem Rückschnitt wieder zu einem Austrieb kommt.

Rückschnitte sind generell durch Düngergaben und ausreichende Bewässerung bei Trockenheit zu unterstützen.

Weitere ausführlichere und bebilderte Informationen zu diesem Thema finden Sie bei der Deutschen Rhododendron Gesellschaft. Mit einer Mail an info@rhodo.org kann eine 16-seitige, umfassende Pflanz- und Pflegebroschüre bestellt werden. Kosten 2 € plus 1,50 € Versand.

Müssen verwelkte Blüten abgeschnitten werden?

Das Ausbrechen verwelkter Blütenstände ist bei jüngeren Pflanzen empfehlenswert. Damit wird die kraftraubende Bildung von Samenkapseln verhindert. Stattdessen wird ein mehrfacher Neuaustrieb gefördert und ein kompakterer Pflanzenaufbau erreicht.

Bei älteren, bereits gut eingewachsenen Pflanzen ist diese Arbeit nicht mehr notwendig. Allein aus kosmetischen Gründen, um die manchmal unschönen Blütenrückstande zu entsorgen, kann diese Arbeit dennoch sinnvoll sein.

Vorsicht! Beim Ausbrechen auf den Neuaustrieb achten, der sich unmittelbar unter den verwelten Blüten befindet. Daher auch besser nicht abschneiden, sondern ausbrechen!

Gelegentlich entwickeln sich aus der Unterlage veredelter Pflanzen Wildtriebe. Diese kann man sicher an den weißen, sich deutlich von der veredelten Sorte unterscheidenden Blüten erkennen. Die Wildtriebe wachsen meist stärker als die Sorte und müssen komplett entfernt werden.

Was mache ich mit den schwarzen Knospen?

Man geht davon aus, dass die Rhododendron-Zikade (Graphocephala fennahi) dafür verantwortlich ist, beim Anstechen der noch jungen Knospen einen Pilz zu übertragen. Dies ist wissenschaftlich allerdings noch nicht erwiesen.

Die anfänglich unscheinbar weißlich gelben, nach jeder Häutung größer werdenden Zikaden sind ausgewachsen etwa 1-2 cm groß, haben dunkelgrüne Flügeldecken mit orangeroten Streifen. Die durch die Zikaden entstehenden Saugschaden an der Pflanze sind eher gering.

Eine Bekämpfung der Zikade soll den Befallsdruck durch den Knospensterben-Erreger mindern.

  • bei starkem Befall systemische Insektizide gegen saugende Insekten einsetzen
  • frühmorgendliche Ausbringung, wenn die Zikaden auf Grund niedriger Temperaturen noch unbeweglich sind, dabei besonders die Blattunterseite benetzen

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