Die Deutsche Genbank Rhododendron

Vielfalt erhalten

Die meisten der fast 1.000 Rhododendron-Arten sind in Asien beheimatet. Obwohl viele dieser Arten durch ihre besonderen Standortansprüche in unseren Breiten nicht für das Freiland geeignet sind, dienen sie doch als Grundlage für die Züchtung von Sorten, die an unsere klimatischen Verhältnisse angepasst sind. Weltweit sind bisher über 30.000 Rhododendron-Sorten entstanden, wovon 1.500 während der letzten 200 Jahre in Deutschland gezüchtet wurden. Aktuell wachsen mehr als 60 % der bekannten Arten und viele tausend Sorten in deutschen Parks und Gärten.

Insbesondere in Norddeutschland, wo sie aus keinem Garten mehr wegzudenken sind, stellen Rhododendron ein Kulturgut des besonderen Art dar. Die Erhaltung dieser gärtnerischen Kulturleistung in seiner ganzen Bandbreite an Formen und Farben haben sich verschiedene Institutionen und Privatleute zur Aufgabe gemacht. Sie bilden ein bundesweites Netzwerk von Parks, Baumschulen, Botanischen Gärten und privaten Sammlungen, in denen der Erhalt der Rhododendron-Sorten und -Arten sichergestellt wird.
Dieser Zusammenschluss erfolgt unter dem Namen der "Deutschen Genbank Rhododendron", und wurde aufgebaut und bis zum Juni 2014 koordiniert durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Bremer Rhododendronpark. Seit dem 01. Juli 2014 hat das Bundessortenamt (BSA) die Federführung der Genbank übernommen.

Das Netzwerk

52 Sammlungen gehören als "Sammlungshaltende Partner" oder als "Unterstützende Partner" der "Deutschen Genbank Rhododendron" an. Der Rhododendron-Park Bremen bringt seine eigenen, sehr umfangreichen Sammlungen - ca. 550 verschiedene Wildformen und etwa 3.250 Rhododendron-Züchtungen - in das Netzwerk ein und profiliert sich so als eine der größten Rhododendron-Sammlungen der Welt. Eine Übersicht aller Partner der Genbank finden sie hier.

Insgesamt liegen in deutschen Sammlungen Informationen über nahezu 5.000 verschiedene Sorten (inklusive Topfazaleen) und 530 Arten (ohne Vireya-Rhododendron) vor.
Fachleute der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Bad Zwischenahn/Rostrup (LVG) überprüften 7 Jahre lang die Bestände in den Gärten auf ihre Echtheit. Jede verifizierte Pflanze ist mit einer Inventarnummer versehen und unter ihrem jeweiligen Sorten- oder Artnamen in eine öffentlich einsehbare Datenbank aufgenommen. Seit dem Start des Projekts im September 2007 wurden 3500 Sorten und 390 Arten in 28 bedeutenden deutschen Rhododendron-Sammlungen für echt befunden. Die so erfassten Pflanzen sind dann Teil der "Deutschen Genbank Rhododendron" und werden unter besonderen Auflagen erhalten. Die gewonnenen Informationen vermitteln einen Überblick über seltene Sorten und Arten, die, bevor sie unerkannt aus den Beständen verschwinden, vermehrt und neu gepflanzt werden können.

Die Homepage der Genbank auf den Seiten des Bundessortenamtes (BSA) beinhaltet eine Datenbank, in der ausführliche Informationen über die in Deutschland erfassten Arten und Sorten präsentiert werden (www.bundessortenamt.de).

Vielfalt - Im Landes- und Bundesinteresse

Gefördert wurde der Aufbau der Deutschen Genbank Rhododendron zwischen 2007 und 2014 mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Darüber hinaus unterstützten das Land Niedersachsen mit seinem Landwirtschaftsministerium, die Stiftung Bremer Rhododendronpark und die Deutsche Rhododendron-Gesellschaft e.V. das Vorhaben.

Die Deutsche Genbank Rhododendron wurde am 14. Mai 2010 mit einem großen Festakt bei der Eröffnung der RHODO 2010 in Westerstede gegründet.

Weitere Informationen zur "Deutschen Genbank Rhododendron" und zur Rhododendron-Datenbank finden Sie auf den Internetseiten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und des Bundessortenamtes (BSA).

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Mit seiner Rhododendron-Sammlung ist der Bremer Rhododendron-Park Teil der Deutschen Genbank Zierpflanzen

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