Geschichte des Parks

Die Gründung

Initiiert wurde der Rhododendron-Park von der 1935 gegründeten Deutschen Rhododendron-Gesellschaft. Die Freie Hansestadt Bremen stellte das ehemals Rickmers-Park genannte Gelände zur Verfügung und finanzierte fortan den Unterhalt, über Jahrzehnte tatkräftig unterstützt von Freunden und Förderern des Parks. Die feierliche Einweihung der ersten 2 ha Park erfolgte im Juni 1937. Der bereits 1905 zunächst am Osterdeich angelegte Botanische Garten wurde 1936 nach Horn umgesiedelt. Doch erst nach dem II. Weltkrieg gelang die endgültige Zusammenlegung beider Parkteile zum "Botanischen Garten und Rhododendron-Park Bremen".

Zweitgrößte Rhododendron-Sammlung

Über mehrere Erweiterungen, zuletzt in 2002 nördlich der Kleinen Wümme, erreichte der Park seine heutige Größe. Gemeinsam mit der botanika zeigt der Rhododendron-Park die zweitgrößte Rhododendron-Sammlung der Welt.

Das Besondere der Bremer Sammlung ist ihre Vollständigkeit und der in über 75 jahren Sammeltätigkeit erreichte Umfang. Hier werden nicht nur die frostharten, sondern auch die in Tropen und Subtropen vorkommenden und in Norddeutschland nicht winterharten Rhododendron präsentiert. Von den 1.000 Arten, die es weltweit gibt, wachsen 550-600 verschiedene Arten in Bremen. Die nicht frostharten Rhododendron müssen dafür in Gewächshäusern kultiviert werden. Hinzu kommen die vom Menschen gezüchteten ca. 3.300 unterschiedlichen Rhododendron-Sorten, dies sind über 10 % der insgesamt bekannten, auf der ganzen Welt gezüchteten Kultivare.

Gewächshäuser

In den 1970er und 80er Jahren wurden für die in Deutschland sonst nicht zu sehenden Rhododendron aus den Tropen und Subtropen spezielle Gewächshäuser gebaut. Leider erwiesen sich diese Ende der 1990er Jahr als zu eng und technisch nicht mehr ausreichend. Das konnten auch Nichtfachleute an den deutlich leidenden und sterbenden Pflanzen sehen. Schließlich entschied sich die Stadt Bremen, für diese einmalige Pflanzensammlung einen neuen, technisch auf dem neuesten Stand stehenden Gewächshaus-Komplex zu errichten: die botanika. 

botanika

2003 eröffnete die botanika, das Grüne Science Center Bremens. Sie ist die bedeutendste Neuerung für den Park der letzten Jahrzehnte neben dem Bau des Erweiterungsgeländes. Mit einer Kombination aus interaktiver Ausstellung, Schauhäusern und Grüner Schule vermittelt sie spannende Informationen zum Thema biologische Vielfalt. Hier sind auch all diejenigen Rhododendron-Arten und -Sorten zu sehen, die in unseren geografischen Breiten nicht frosthart sind. In den naturnah gestalteten Lebensräumen der botanika-Gewächshäuser "Himalaya" und "Borneo" finden Sie die vor allem auf südostasiatischen Inseln wachsenden Vireya-Rhododendron in einer Vielfalt, die Sie sonst in Deutschland nicht zu sehen bekommen.

Stiftung Bremer Rhododendronpark

2009 ist der gesamte Rhododendron-Park bis auf die botanika von der Stadt Bremen in die "Stiftung Bremer Rhododendronpark" überführt worden. Diese Stiftung ist seit dem für Park und Botanischen Garten verantwortlich.

Für die botanika ist die städtische botanika GmbH zuständig.

Die Geschichte des Botanischen Gartens

Initiator des historischen Botanischen Gartens in Bremen war der Kaufmann Franz Ernst Schütte, der die etwa 3 Hektar große Anlage 1905 am Osterdeich anlegte. Der Garten sollte in erster Linie einen Ort für unmittelbaren Anschauungsunterricht für Kinder und Jugendliche, aber auch einen Ort der Erholung für Erwachsene bieten. Der Botanische Garten war überwiegend pflanzengeographisch geprägt mit typischen Vegetationsbildern aus dem Orient, Mexiko oder dem Kaukasus. Daneben gab es Abteilungen mit Zusammenstellungen wichtiger Nutz- und Heilpflanzen, heimischer Pflanzen, Giftpflanzen, Parasiten und biologischen Themen.

Mit der Inflation in Deutschland begannen im Jahre 1918 erhebliche finanzielle Probleme für den Botanischen Garten, im Jahre 1923 gar drohte die Einstellung des Betriebs. Schließlich wurde die Einrichtung von der Stadt Bremen übernommen und ein Weg zur Finanzierung des wertvollen Kulturgutes gefunden.

Diese Übernahme führte bald zu dem Gedanken, den Botanischen Garten an einen geeigneteren, erweiterungsfähigen Standort zu verlegen. Nach langer Suche bot sich Mitte der 30er Jahre schließlich das Areal im Bremer Stadtteil Horn an, für dessen angrenzende Fläche die Deutsche Rhododendrongesellschaft etwa zeitgleich eine Neugestaltung plante. Durch diese Standortwahl konnte der Botanische Garten mit dem Rhododendronpark zu einer organisatorischen Einheit verbunden werden.

In den Jahren 1949 bis 1951 wurde der heute bekannte Botanische Garten fertig gestellt. Neben der geographischen Ausrichtung, wie sie bereits am Osterdeich existierte, wurde erstmals in einem deutschen Botanischen Garten der Bereich der heimischen Flora nach pflanzensoziologischen Gesichtspunkten angelegt.

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Blick auf die Brücke Mittelkampsfleet
Die alten Gewächhäuser 1998 , Blick nach Westen. Rechts das erste Haus ist das nach wie vor erhaltene Mende-Haus, dahinter das mittlerweile abgerissene Haus der DRG sowie die alten, kleinen Anzuchtgewächshäuser. An dieser Stelle steht nun das mehr als doppelt so große Schaugewächshaus der botanika.
Das Kaisenhaus 1998 von Nordwest, die Pflanzen sind fast alle von den schlechten Standortbedingungen geschädigt.
Das Mendehaus 1998 - die Azaleen sind jetzt alle im Japanischen Garten von botanika.
Die im 1998 im Westhaus mühevoll wachsenden tropischen Vireya-Rhododendron erhalten heute in der botanika optimale Bedingungen.

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